Andriessen, Louis

Niederlande
1939

Er ist der Sohn des Komponisten und Dirigenten Hendrik Andriessen, (1892–1981) und jüngster Bruder des Komponisten Jurriaan Andriessen, (1925–1996). Er studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag bei seinem Vater Hendrik Andriessen und bei Gerard Hengeveld (Piano) sowie bei Kees van Baaren. Weitere Studien absolvierte er 1962 bis 1963 in Mailand bei Luciano Berio sowie in Berlin 1964 bis 1965 (Stipendium der Fordstiftung). Seit 1974 lehrt er selbst am Königlichen Konservatorium in Den Haag Instrumentation und Komposition und ist freischaffender Komponist. 1977 erhielt er für seine Komposition De Staat einen ersten Preis des von der Unesco ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbs.

Er war Mitglied eines Komponisten-Kollektivs, das 1969 die antiimperialistische Oper Rekonstruktion (Reconstructie) schrieb. Er ist Mitbegründer der Ensembles Orkest De Volharding (Bläser-Ensemble) (für das er 1972 bis 1976 schrieb) und Hoketus (1976). In seinem Kompositionsstil lassen sich Einflüsse von Strawinski wie auch der Minimal Music bemerken.

Zahlreiche Artikel tragen seinen Namen, zumeist veröffentlicht in The Art of Stealing Time, und zusammen mit Elmer Schönberger verfasste er 1982 das Buch Het Apollinisch Uurwerk (übersetzt von Jeff Hamburg als The Apollonian Clockwork, Oxford University Press) eine Studie über Igor Strawinski. 1994 war er künstlerischer Direktor des Meltdown Festival in London. Des Weiteren leitet er das jährlich durchgeführte International Young Composers Meeting in Apeldoorn Niederlande.

Sein kompositorisches Schaffen hat Maja Trochimczyk einer ausführlichen Analyse unterzogen (Buch: The Music of Louis Andriessen von Maja Trochimczyk, 2002, Routledge).

Werke